Christian Haller
Christian Haller kam im aargauischen Brugg zur Welt und lebt heute in Laufenburg. Der studierte Zoologe arbeitete als Verwalter von Nachlässen, war als Filmemacher und Dramaturg tätig.
Sein umfangreiches literarisches Werk umfasst Lyrik, Prosa und Drama, wofür Christian Haller 2006 mit dem Aargauer Literaturpreis oder 2007 mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet wurde, um nur einige der Anerkennungen zu nennen.
Christian Haller ist ein Autor der leisen Töne, und oftmals sind seine Werke geprägt von seiner eigenen Biographie. Ohne sich selber in den Mittelpunkt zu stellen, gelingt es ihm, zu seinem eigenen Stoff die nötige Distanz zu schaffen, um in einer poetischen Weise vom Leben zu erzählen; in einer Weise, die den Leser berührt und aufhorchen lässt.
Die „Trilogie des Erinnerns“ beispielsweise, das über 800 Seiten starke Werk, umfasst die Romane „die verschluckte Musik“, „das schwarze Eisen“ und „die besseren Zeiten“ und spannt sich über mehrere Generationen. Christian Haller schreibt sich damit ein in die Tradition des schweizerischen Erzählens, indem er Figuren schafft, die man nicht so schnell wieder vergisst, und zugleich eine ganze Epoche der Schweizer Geschichte als Tapete darbietet.
Auch sein neuestes Buch „Im Park“ ist in einer kunstvollen, eindringlichen und doch zarten Sprache geschrieben. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Frau im Koma liegt, und der sich gleichzeitig in eine viel jüngere Frau verliebt. Ohne die gängigen Klischees der Altherrenprosa zu bedienen oder zu moralisieren, gelingt es dem Autor, seinen Protagonisten darzustellen als einen, der scheitert, ohne dass der Leser zu Mitleid genötigt würde. „Im Park“ berührt, wühlt auf und bringt zum Nachdenken.
Die Gedichtbände von Christian Haller wie beispielsweise „Am Rand von fast allem“ zeugen von einer eigenartigen, besonderen Vorstellungskraft dieses Autors. Er evoziert Bilder, die man so nicht kennt, und schafft ihnen den adäquaten sprachlichen Rahmen. Seine Gedichte sind vergnüglich wie hintergründig, und er unterlässt es nicht, seinen Sprachwitz gekonnt einzusetzen.
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