Franziska Gerstenberg

©Birgitta Kowsky

Franziska Gerstenberg (*1979) legt 2012 nach zwei gefeierten Erzählbänden ihren ersten Roman "Spiel mit ihr" vor, in dem sie die Machtdynamik einer Beziehung mit einem scharfen Blick unter die Lupe nimmt. Die männliche Hauptfigur des Romans, Reinhard, entdeckt nach einer unbefriedigenden Ehe die Möglichkeiten des Internets, um Frauen näher zu kommen. So trifft er auf Kristine, allein erziehende Mutter einer siebenjährigen Tochter. Reinhard sucht die Erfüllung sexueller Phantasien, Kristine lässt sich darauf ein, sehnt sich im Grunde aber nach einer traditionellen Familie. Doch Reinhard will sich nicht auf etwas Verbindliches einlassen und treibt seine Spiele mit Kristine immer weiter. Was mit harmlosen Rollenspielen beginnt, entwickelt sich im Verlaufe des Romans immer mehr zu einer unheilvollen Geschichte um Liebe und Macht, die mit dem Verschwinden von Kristines Tochter zu eskalieren droht. Franziska Gerstenberg erzählt in einer nüchternen und unaufgeregten Sprache; ihr Roman erzeugt aber dennoch eine Sogwirkung, welche die Lesenden immer tiefer in die Abgründe der Protagonisten hineinzieht.