Hans-Ulrich Treichel

Hans-Ulrich Treichel

Hans-Ulrich Treichel (*1952) kann spätestens seit der Erzählung „Der Verlorene“ zu den bedeutenden Schriftstellern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gezählt werden. Im Mittelpunkt des „Verlorenen“ steht die für den traumatisierten Ich-Erzähler und dessen Eltern gleichermassen aufreibende Suche nach dem verschollenen Bruder Arnold, der auf der Flucht der Eltern vor den Russen Ende des Zweiten Weltkriegs ‚verloren’ ging. Die Erzählung bildet den Auftakt einer autobiographischen Trilogie auf den Spuren der eigenen Vergangenheit. Nebst Vertriebenenthema und Identitätsproblematik stellen Vergessen und Erinnern den zentralen Themenkomplex in Treichels Werk dar. Auch in den beiden Folgebänden „Menschenflug“ und „Anatolin“ zeigt sich Treichels Talent, trotz eines eher melancholisch-niedergeschlagenen Protagonisten witzig, ironisch und vor allem unterhaltsam zu schreiben. Der Humor ist ein herausragendes Charakteristikum von Treichels Prosa, wovon sein wohl bekanntestes Werk „Tristanakkord“, zugleich Künstlerroman und Universitätssatire, besonderes Zeugnis ablegt. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit lehrt Treichel als Professor am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Im März erscheint sein neuer Roman „Grunewaldsee“.