Lukas Bärfuss
Der gebürtige Thuner Lukas Bärfuss ist gegenwärtig einer der erfolgreichsten und meistgespielten Dramatiker des deutschen Sprachraums. Nach einer Ausbildung zum Buchhändler gründete er mit Samuel Schwarz die Theatergruppe 400asa, welche 15 Produktionen auf die Bühne brachte. Er arbeitete unter anderem für das Theater Basel, das Thalia-Theater Hamburg, Das Schauspielhaus Bochum und die Kammerspiele München. Sein Stück „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ wurde bis heute in neun Sprachen übersetzt. Im Jahre 2002 folgte mit „Die toten Männer“ sein Prosadebüt. Bärfuss wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderen erhielt er 2005 für sein Stück „Der Bus – das Zeug einer Heiligen“ den Mülheimer Dramatikerpreis.
Lukas Bärfuss ist ein politischer Autor, der in seinen Stücken moralische Fragen aufgreift ohne dabei zu moralisieren. Er legt seine Stoffe schlicht aber eindringlich dar, ohne letzte Antworten oder Wertungen zu liefern. Seine Figuren, welche er feinfühlig herausarbeitet, werden in ihrer Widersprüchlichkeit dargestellt, die Bärfuss als Inbegriff des Mensch-Seins versteht. Dieser Tage erscheint der mit Spannung erwartete, hochpolitische Roman von Lukas Bärfuss „Hundert Tage“.
Stephan Probst
