Lutz Seiler

- ©Jürgen Bauer
Lutz Seiler (*1963) arbeitete als Maurer und Zimmermann, bevor er nach dem Wehrdienst Germanistik studierte. In den 90er Jahren war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Moosbrand“. Heute lebt er in Wilhelmshorst, wo er das Programm der literarischen Veranstaltungen im Peter-Huchel-Haus leitet. Seiler schreibt Erzählungen, Essays und Lyrik. In seinen Gedichten öffnet sich mit jedem Wort ein neuer Horizont; sie weisen über sich hinaus und hinterlassen eine Ahnung von Unaussprechlichem. Lutz Seiler hebt an und trifft das Zauberwort. In seinem Essayband Sonntags dachte ich an Gott setzt er sich dafür ein, die Qualität des ‚Sperrigen’, des ‚Schweren’ neu zu entdecken: „Ich mag Sachen, die schwierig zu schreiben und schwer zu verstehen sind.“ Die Geschichten spielen sich zeitlich zuweilen nur innerhalb eines kurzen Moments ab und erzählen dennoch ein ganzes Leben. Wenn Seiler den Pinselstrich klein ansetzt, wird das Bild so präzise, dass es Weltklasse hat, und wenn er weit ausholt und die Farbe schon auf den Boden tropft, gibt er auch den geringen Dingen ihren berechtigten Platz. Lutz Seiler gelingt es, selbst aus der kleinsten Begebenheit grosse Literatur zu machen.
Seiler ist u.a. Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und wurde vielfach ausgezeichnet, so mit dem Anna-Seghers-Preis, dem Ingeborg-Bachmann-Preis oder dem deutschen Erzählerpreis.