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LITERAARE Herbstlese 2018
24. November 18


 

11.30 Uhr

Matthias
Gnehm

Theater Alte Oele

12:30 Uhr

Carmen
Stephan

Theater Alte Oele Thun

13.45 Uhr

Elsbeth
Zweifel
,
Luise
Maier
und
Literarischer
Salon

Theater Alte Oele,
Thun

14:00 Uhr

Taxi -
Literatur vom
Vordersitz

Vor dem Theater Alte Oele,
Thun

15:30 Uhr

Lana
Lux

Theater Alte Oele,
Thun

17.00 Uhr

Eugen
Ruge

Theater Alte Oele,
Thun

Literarischer Salon

Wie Literatur entsteht

Lesungen und Gesprach mit Luise Maier und Elsbeth Zweifel

 

Dass wir uns haben

Luise Maier (*1991), wuchs in Süddeutschland an der Donau auf. Dort, wo auch die Protagonistin ihres Debütromans die Kindheit verbringt. Eine verlorene, ländliche Gegend, ein baufälliges grünes Haus, eine Mutter, ein Vater, ein Bruder. Viel mehr Leute gibt es in Maiers Roman Dass wir uns haben nicht. Die Abgeschiedenheit scheint von den Eltern gewählt: Die Mutter Künstlerin, der Vater Mann. Mit einer knappen Sprache hält die Erzählerin Distanz, um dadurch nur noch drastischer aufleben zu lassen, wie sich in der Kleinfamilie die Grenzen verschieben. Neben wenigen zarten Momenten brechen immer grössere Momente der Gewalt in den Erinnerungen der Protagonistin durch: Der Vater, der auf den Bruder eindrischt, die Mutter, die sie ungefragt auf den Mund küsst, die Scheidung der Eltern, die sich auf die Kinder ausweitet. Dass wir uns haben ist ein schonungsloser Roman, der es schafft, selbst nicht übergriffig zu werden. Maier dringt in Untiefen vor und zeigt die verzweifelte Ohnmacht eines Kindes, das hin und her gerissen wird, zwischen Zuneigung und Furcht gegenüber den Eltern.

 

Das Bündel Zeit

Vom Tal zum Berg und wieder hinunter. Mit der Lastenbahn oder zu Fuss. Nicht ein Mal, sondern eine Kindheit lang, im Tal der Linth und auf der Orenplatte nahe Braunwald. Siebzig Jahre später erinnert sich Elsbeth Zweifel (*1938) zurück, wie ihr Vater das Hotel Diessbach im Tal aufgegeben hatte, um in einem Bauernhaus oberhalb der Wand ein Gästehaus zu eröffnen. Wie sie fortan mit der Lastenbahn in die Schule fuhr, zu den Kindern im Tal, die den Fabrikanten versprochen waren. Wie sie – das Kind – sich vor Lawinen fürchtete und vom Hausdach in mannshohe Schneemassen sprang. Und wie diese Kindheit endete, als sie das trübe, dunkle Linthtal, indem sich Menschen Steine umbanden, um in den Fluss zu steigen, ganz verliess. Zweifels Erzählungen sind nicht von Nostalgie geprägt, sondern von der Erzählerin, die nicht vergessen kann und ein Bündel Zeit im gleichnamigen Band in Sprache ordnet. Es ist eine Erzählung in Strophen entstanden, die einem schonungslosen Alpsegen gleicht, Bilder und Empfindungen der ländlichen Schweiz der 30er- und 40er-Jahre aufleben lässt.

 

Die jüngste und älteste Debütantin des Jahres reden mit dem Autor und Literaturvermittler Donat Blum über das Schreiben. Wie es anfängt, wo es hinführt und welches andere Buch ihr Werk massgeblich beeinflusst hat. Denn Schreiben ist nicht nur Erfindung, sondern immer auch Adaption – von Wirklichkeit, von Herkunft, von Sprache und anderen Werken.