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14. Thuner
Literaturfestival
1. – 3.
März 19



 

Elsbeth Zweifel

Vom Tal zum Berg und wieder hinunter. Mit der Lastenbahn oder zu Fuss. Nicht ein Mal, sondern eine Kindheit lang, im Tal der Linth und auf der Orenplatte nahe Braunwald. Siebzig Jahre später erinnert sich Elsbeth Zweifel (*1938) zurück, wie ihr Vater das Hotel Diessbach im Tal aufgegeben hatte, um in einem Bauernhaus oberhalb der Wand ein Gästehaus zu eröffnen. Wie sie fortan mit der Lastenbahn in die Schule fuhr, zu den Kindern im Tal, die den Fabrikanten versprochen waren. Wie sie – das Kind – sich vor Lawinen fürchtete und vom Hausdach in mannshohe Schneemassen sprang. Und wie diese Kindheit endete, als sie das trübe, dunkle Linthtal, indem sich Menschen Steine umbanden, um in den Fluss zu steigen, ganz verliess. Zweifels Erzählungen sind nicht von Nostalgie geprägt, sondern von der Erzählerin, die nicht vergessen kann und ein Bündel Zeit im gleichnamigen Band in Sprache ordnet. Es ist eine Erzählung in Strophen entstanden, die einem schonungslosen Alpsegen gleicht, Bilder und Empfindungen der ländlichen Schweiz der 30er- und 40er-Jahre aufleben lässt.